Alles hat seinen Preis

Tussi’s Gedanken über Neid

Da wir hier grundsätzlich über das Thema Geld diskutieren und wie man mehr davon hat, möchte ich in diesem Zusammenhang auch das Thema Neid ansprechen.

Ich muss ehrlich zugeben, dass ich dieses Gefühl sehr sehr gut kenne. Meine ganze Kindheit war ich auf meine Schulfreundin neidisch, weil ihre Eltern finanziell fitter waren und ihr viel schönere Sachen kaufen konnten.

Wir Frauen sind eher dazu geneigt, die anderen Frauen zu beneiden. Der Grund dafür ist, dass die Frauen selbstkritischer sind. Frauen schätzen ihre Stärken selbst weit niedriger ein als ihr direktes Umfeld sie bewertet. Die Lena hat mehr Geld, Lena’s Rendite ist höher und Lena’s Gesicht ist hübscher, sogar Lena’s Gras vor dem Haus ist viel grüner! – so könnte ihre Freundin Petra denken. Dass die Lena dafür unter Schlafstörungen wegen der vielen Nachtschichten leidet und sich in vielen Sachen finanziell einschränkt, sieht die Petra nicht. Würde die Petra ihre Ausgaben analysieren und optimieren, würde sie höhere finanzielle Erfolge erweisen als die Petra. Auch im Berufsleben ist die weibliche Bevölkerung nicht so mutig was die Selbsteinschätzung betrifft. An der Stelle sollten wir Frauen vielleicht was von Männern lernen.

Die Männer nehmen die Sache deutlich lockerer, vor allem was das Äußere betrifft. Tom mit einem Bierbauch wird nie auf den Mike mit Waschbrettbauch neidisch sein. Tom wird nur grinsen und vor dem Spiegel zu sich selber sagen, was für ein hübscher Fetti-Fett er ist. Auf finanziellen Neid bezogen gibt’s, meiner Meinung nach, keine geschlechtsspezifischen Unterschiede.

Ich habe sehr lange Selena Gomez beneidet. Kennt ihr das Lied „Kill them with the kindness“? Diese Frau ist mega hübsch und hat eine Engelsstimme. Ich dachte mir, warum ist sie nur so hübsch, talentiert, reich und datet den Sohn von David Beckham. Eines Tages bin ich auf eine Reportage über ihre Biografie gestoßen und war tiefst erschüttert. Sie hat die Autoimmunerkrankung Lupus, bei der das Immunsystem die körpereigenen Zellen bekämpft und weswegen sie eine Nierentransplantation hatte. Ihre Freundin hat eine Niere gespendet. Ausserdem leidet Selena an einer bipolaren Störung, deren Folgen Angstzustände und Depressionen sind. Und um ehrlich zu sein, wollte ich nicht mehr mit ihr tauschen als ich es erfuhr. Und ihre Millionen brauche ich auch nicht.

Was ich mit all dem sagen möchte – alles hat seinen Preis. Und ich wünsche, dass wir uns nur lieb neidisch werden. Meinerseits gönne ich euch allen mehr Geld, schönere Häuser, teurere Autos, höhere Renditen und bessere Einnamen. 

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