Dow Jones, DAX & Co. outperformen?

Der Dow Jones Industrial Average (auch Dow-Jones-Index genannt) ist ein Aktienindex, welcher die 30 grössten US-Unternehmen, gewichtet nach der Marktkapitalisierung, darstellt.

Ein gutes Investment mag keine Emotionen!

Der Vater des Value-Investing, Benjamin Graham, suchte und forschte nach sicheren und renditenträchtigen Strategien, die für einen Privatinvestor geeignet waren. Der Hauptfeind für uns Investoren sind die Emotionen die uns mehr im Weg stehen als das sie uns helfen. Der Investor ist hin und hergerissen zwischen Angst und Gier.

Auch solche Legenden wie Warren Buffet und George Soros erwähnen mehrfach, dass man als erfolgreicher Investor seine Emotionen unter Kontrolle haben muss, um nicht in Panik bzw. Euphorie zu verfallen.

Buffett: „Pessimismus ist dein Freund an der Börse. Euphorie ist dein Feind.“

Soros: „If investing is entertaining, if you’re having fun, you’re probably not making any money. Good investing is boring.“

Eine erfolgreiche Strategie sollte daher mechanisch und vom Investor leicht zu befolgen sein. Durch den Automatismus versucht man die Emotionen im Griff zu halten. Graham schrieb im Jahr 1949 in seinem Buch „The Intelligence Investor“, dass man nur die 10 Dow-Jones Werte aussuchen sollte, die das niedrigste KGV haben.

Warum ausgerechnet Dow-Jones-Unternehmen? Der Index beinhaltet nur große Firmen, welche nicht so leicht untergehen und sich in der Regel nach Rezessionen deutlich schneller erholen. Diese Beteiligungen soll man dann 1 bis 5 Jahre halten und dann verkaufen. Der eindeutige Vorteil dieser Strategie, die auch im Bezug auf den DAX oder andere Indizes gilt, besteht darin, dass man durch das niedrige KGV auch gleichzeitig eine höhere Dividendenrendite hat gegenüber den restlichen Unternehmen im Index.

Die Dividende bei DAX oder Dow Jones Werten ist nebenbei auch deutlich sicherer als bei kleinen Nebenwerten.

Tabelle „Die Kursperformance der Graham-Strategie im Vergleich zum Dow-Jones“

*Verizon und Intel hatten das gleiche KGV. Würde ich Intel nehmen mit einer Performance von 31,47 % im Jahr 2019, wäre der Unterschied noch größer.  

Aus der Tabelle sieht man, dass die Gesamtentwicklung des Dow Jones im Jahr 2019 bei 22,34% lag. Dagegen haben die 10 Unternehmen mit den niedrigsten KGV’s (mit Stand 2016) eine fast doppelt so hohe Performance mit 43,64% zum Jahr 2019 abgeliefert.

Die offensichtlichen Vorteile dieser Strategie bestehen darin, dass man relativ wenig Research-Aufwand benötigt und alles emotionslos abläuft. Ein weiterer Vorteil ist, dass man fast unmöglich „teuere“ Aktien kaufen wird. Benjamin Graham empfiehlt 6 bis zu 10 der „unpopulären“ Dow-Jones Werte zu kaufen. Dabei gilt: umso niedriger das Kurs-Gewinn-Verhältnis, um so „unpopulärer“ ist die Aktie. Desweiteren muss man beachten, dass man Steuern und Transaktionskosten beim Verkauf verursacht. Es empfiehlt sich daher nicht unbedingt ein jährliches anpassen des Depots.

In den späteren Jahren wurde die Dow-Strategie von Benjamin Graham, wo das Primärkriterium das KGV war, noch weiter entwickelt. In den 80er Jahren schlug John Slatter eine „Dogs of the Dow“ Strategie vor, bei der die Dividendenrendite das Primärkriterium war. Man sucht also die Aktien mit der höchsten Dividendenrendite aus. Ähnlich wie beim KGV kauft man mit dieser Strategie Aktien die günstiger bewertet sind, als die restlichen Werte im Index.

Im Jahr 1991 verfeinerte Michael O’Higgins die Ansätze von Graham und Slatter. Es sollten nur 5 Aktien aus den vorselektierten 10 Dogs of Dow mit optisch niedrigem Kurs genommen werden. Dahinter steht der Gedanke, dass Aktien mit niedrigerem Kurs volatiler sind. Bei den Dow-Jones-Substanzwerten ist diese Volatilität jedoch keine Schwäche sondern eher eine Chance diese günstig einzukaufen. Auch die guten Unternehmen haben hin und wieder Probleme, welche zu Kursstürzen führen. Wegen deren Größe, Bekanntheit und Stärke werden diese Probleme dann überwunden, und als Anleger hat man die Chance die Aktien von Qualitätsunternehmen günstig zu kaufen.

Für jede dieser Strategien kann man auch entsprechende Fonds und ETF-kaufen. Weitere erwähnenswerte Strategien sind das Investment in Momentum Aktien, also Aktien die in der Vergangenheit stark gestiegen sind oder in Growth Aktien, die durch hohes Umsatzwachstum in der Vergangenheit auffielen.

Tussis Fazit: Die Dow-Strategien haben einen klaren logischen Ansatz. Dennoch kann man mit diesem Vorgehen nicht immer den Dow Jones Index schlagen, weil es eine hohe Anzahl von professionellen und privaten Investoren gibt, die so vorgehen. Die Börse ist effizient, und man weiss vorher nie welcher Anlagestil die nächsten 5 Jahre am erfolgreichsten sein wird. Und zweitens, sind diese Strategien für einen Buy-and-Hold Anleger durch die verursachten Steuer und Transaktionskosten weniger geeignet.

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