Eine-Million-Euro-Geschenk

Eine Million geschenkt

So ein Geschenk bekommt wohl kaum einer. Ausser man ist die Frau vom Roman Abramovic.

Doch wie können wir sowas zumindest unseren Kindern ermöglichen? Seiner Tochter oder seinem Sohn eine Million zu schenken ist auch für einen Spitzenverdiener nicht so einfach und ein weiter Weg. Es ist aber möglich und vielleicht einfacher als wir denken. Dieser Artikel soll euch zeigen, wie man aus einem kleinen Vermögen ein großes Vermögen machen kann.

Hier ein aktueller Faktencheck:

Vor uns steht eine Rentenkrise. Selbst Durchschnittsverdienern droht der soziale Abstieg. Frauen sind leider besonders oft davon betroffen.

Aber nicht nur in Deutschland sondern in fast allen EU-Ländern wird das Loch in der Rentenkasse jedes Jahr grösser und grösser. In Europa gibt es grundsätzlich zwei Formen der Rentensysteme. Die eine Form ist das Bismarcksche System der Umlagefinanzierung, auch bekannt unter dem Namen „Generationsvertrag“.

Bei dem Generationsvertrag zahlen die zur Zeit Arbeitenden die Rente der derzeitigen Rentner. Die Höhe der Rente hängt von den Arbeitsjahren und der Höhe der Lohnsummen ab die man über Jahrzehnte in die Rentenkasse eingezahlt hat. Sie hängt aber auch, und das ist der grösste Pferdefuss an diesem längst überfälligen System, von der demographischen Situation ab. Als die Rente im Jahr 1891 von dem Reichskanzler Otto von Bismarck mit seiner Sozialgesetzgebung eingeführt wurde, war die Lebenserwartung der Bevölkerung in Mitteleuropa gerade noch halb so hoch wie jetzt (Lebenserwartung in Deutschland 1865: Frauen bei 37 Jahren, Männer bei 34 Jahren). Das Renteneintrittsalter wurde auf 70 Jahre eingestuft. Die Rente haben nur diejenigen bekommen, die das seltene Glück hatten, überhaupt so lange zu leben. Bismarck der Rentenfuchs. Die aktuelle Lebenserwartung in Deutschland liegt bei 83 Jahren und somit macht dieses System gar keinen Sinn mehr. Unsere alternde Gesellschaft ist nicht mehr in der Lage immer mehr Rentner zu finanzieren die immer länger leben!

Eine andere Form ist die angelsächsische Methode. Bei der angelsächsischen Methode gibt es eine pauschale Grundrente für alle, mit der man sich gerade einmal das nötigste zum Leben leisten kann. Deutschland führt die Grundrente ab dem nächsten Jahr ein. Das Ziel ist es damit die Lebensleistung der Menschen anzuerkennen und zu entlohnen, die zwar gearbeitet haben, Kinder und Angehörige gepflegt haben – deren Einkommen aber dennoch zu klein für eine herkömmliche Rente ist. Die Gemeinschaft der Steuerzahler und der Deutsche Sozialstaat springen dafür ein.

So oder so können die allermeisten von der Rente allein nicht so leben als man noch aktiv in der Arbeit stand. Der Abstand zwischen der Rente und dem letzten Gehalt/Lohn ist einfach zu gross. Bei der Beamten-Kategorie sieht es etwas anders aus. Meiner Meinung nach sollten Gehaltsteigerungen im öffentlichen Dienst und bei Beamten auch nur dann erfolgen, wenn entsprechend reales Bruttosozialprodukt erschaffen wurde (wie so etwas geht, hat die Schweiz vorgemacht). Ansonsten werden die Gehaltserhöhungen der Beamtenpensionen, die Erhöhungen der Diäten und ähnliches, meiner Meinung nach ungerechterweise, von der Allgemeinheit getragen, ohne das etwas dahinter steht. Der Beamtenapparat verteilt etwas was es gar nicht gibt auf Kosten derer die es erschaffen. Von der Pension eines durschnittlichen Beamten kann der normale Rentner mit seinem Angestelltengehalt oder der KFZ Mechaniker mit seinem Lohn nur träumen. So liegt die Beamtenpension bei über 71% des letzten Einkommens, während die Rente im Durchschnitt nur bei 47% des letzten Einkommen liegt.

In den USA ist die Situation auch nicht gerade sorgenfrei, obwohl das Land zu einer der stärksten Volkswirtschaften der Welt zählt. Wer in den USA nicht selber vorsorgt rutscht sehr schnell in die Armutsgrenze rein. Das amerikanische System bietet im Vergleich zu dem Deutschen jedoch deutlich mehr und deutlich bessere Möglichkeiten für sich selber zu sparen. Da muss Deutschland meiner Meinung nach auch hin gehen. Es gibt einmal die 401K Rentenpläne. Es gibt desweiteren das IRA Roth Programm für die Altersvorsorge in den USA. Ein durchschnittlicher Angestellter in den USA geht mit mehreren hunderttausend Dollar in die Rente, die er selber anspart. Es gibt Angestellte und normale Arbeiter die sparsam gelebt haben und mit Hilfe der 401K, Roth und anderer Programme mit einem Millionenvermögen in Ihre Rente starten. Sehr gut verdienende Angestellte und auch gutverdienende „Blue Collars“ gehen mit mehreren Millionen US Dollar angespartem Vermögen in die Rente. Deutschland hat hier viel nachzuholen und muss das gesamte Rentensystem grundlegend ändern. Der Deutsche Rentner ist im Vergleich zu einem US-Amerikanischem oder auch Italienischem Rentner bettelarm. Obwohl wir brutto mindestens das Gleiche verdienen wie die Arbeitnehmer in Italien und fast soviel wie die Arbeitnehmer in den USA bleibt netto deutlich weniger übrig.

Das netto, nachdem wir unsere Steuern gezahlt haben, ist in Deutschland eine Geschichte für sich.

Auch die Rente muss versteuert werden. Der Grundfreibetrag im Jahr 2020 liegt bei 9.408 Euro für ledige bzw. bei 18.816 Euro für verheiratete. Von den 80% des Renteneinkommens muss Einkommensteuer abgezogen werden. Und dieser Anteil wird nach dem Plan der Deutschen Rentenversicherung in den nächsten Jahren immer weiter steigen, bis man im Jahr 2040 auf 100% des Besteuerungsanteils kommt. Also die Rente wird dann voll versteuert.

Bei dem Netto sieht es in Deutschland schon jetzt sehr schlecht aus und in der Zukunft wird es noch schlimmer aussehen. Der durchschnittliche US-Amerikaner geht mit Millionenvermögen in die Rente und der Deutsche Rentner hat Schwierigkeiten von seiner Armutsrente zu leben. Die geplanten Änderungen an der Riesterrente würden jeden Euro mit weiteren 0,40€ vom Staat aufstocken. Im Vergleich zu den USA ist das immer noch zu wenig. In den USA matched z.B. allein der Arbeitgeber jeden Dollar den der Arbeitnehmer in seine private Altersvorsorge spart 1:1. Die Freibeträge in den USA sind um ein vielfaches höher. Deutschland gleicht in dieser Hinsicht eher einem kommunistisch regierten Land mit Armutsrente als einer modernen und agilen Volkswirtschaft. Aus diesem Grunde ist es umso wichtiger privat für sein Alter vorzusorgen. Aktien sind bei einem entsprechend langem Zeithorizont das beste und einzige Mittel, um einen wirklich sorgenfreien Lebensabend zu verbringen.

Die wahrscheinlich beste Vorgehensweise gegen Armutsrente.

Wir Investoren wissen mittlerweile, dass die Zeit unser Freund ist. Um so früher man anfängt zu sparen und zu investieren, um so sicherer und höher wird am Ende der Ertrag ausfallen. Was wäre denn, wenn man jedem Neugeborenen in Deutschland bei der Geburt rund 5.700€ schenkt und in einen Aktienfondsindex investiert? Unsere Erkenntnis ist, dass alle grösseren Aktienmärkte/Indizes dieser Welt in den Industrienationen langfristig eine Durchschnittsrendite von 7-10% erzielen. An dieser Durchschnittsrendite ändert auch kein Crash und keine Finanzkrise etwas. Das Baby in diesem Beispiel würde sich nach 67 Jahren über ein Vermögen von über 1.000.000€ freuen. Man beachte: es wird nur einmalig 5700€ eingezahlt. Das wars. Keine weiteren Zahlungen. Und natürlich auch keine Auszahlungen in dieser Zeit. Das Investment darf 67 Jahre arbeiten. Ich bin mir fast sicher, dass dieses Baby seinen Lebensabend deutlich entspannter geniessen kann als der Rentner von Heute. Dieses fast unglaubliche Ergebnis ist nichts anderes als das ausnutzen des Zinseszinseffektes und das langfristige Investment in produktive Assets. Nicht umsonst sagte Albert Einstein, dass der Zinseszins eine der grössten Erfindungen der Menschheit ist. Stellt euch eine Zukunft vor, in der man monatlich keine Abzüge mehr für die Rentenversicherung hat und am Ende dennoch ein Vermögen von über 1 Million zu Verfügung hat. Eine Rendite von 8% ist sehr realistisch. Wenn es am Ende einmal 800.000€ wären, würde der Rentner sich immer noch deutlich besser stellen als bei der Lösung, die wir heute haben.

Die Rente könnte so einfach sein. Wir könnten uns Milliarden monatliche Einzahlungen in die Rentenkassen sparen, und jeder hätte monatlich deutlich mehr Geld zu Verfügung. Das System wäre letztlich erheblich billiger für den Staat und der Nutzen für die Rentner erheblich höher. Die Änderungen am Riester sind hoffentlich nur der Anfang. Natürlich müsste man in den letzten 15 Jahren vor dem geplanten Rentenbeginn die Asset Allocation ändern und nicht mehr 100% in Aktien sein. Und genau diese Mechanismen beherrscht jeder Pensionsfonds. Selbst mit absolut schlecht laufenden Aktienmärkten über Jahrzehnte hinweg wäre der Rentner immer noch deutlich besser gestellt als mit dem Generationsvertrag. Das Knowhow ist da. 5700 Euro zur Geburt, einfacher geht es nicht. Deutschland, das Land der Rentner, wartet auf die Änderungen aus Berlin. Wir könnten mit den Neugeborenen im Jahr 2025 doch gleich anfangen.

www.zinsen-berechnen.de

Auch der US-amerikanischer Star-Investor Bill Ackman* äussert die Idee, für jedes neugeborene Kind in Amerika ein Konto bei der Geburt anzulegen und damit das US-Rentensystem zu entlasten.

P.S.

*Bill Ackman ist durch seinen Hedgefund Pershing Square bekannt. Ausserdem lieferte er sich eine Finanzschlacht mit einem anderen bekannten Investor: Carl Icahn. Es ging um den Konzern Herbalife.

Foto von Christopher Goodney/Bloomberg

Der Mann ist ein wahres Genie. Während der Corona Krise im März wettete Herr Ackman auf sogenannte Creditspreads. Dieses Investment verhundertfachte sich im Wert und glich die anderen Verluste im Depot mehr als aus.

Der Credit-Spread beschreibt die Differenz zwischen der Rendite von Staatsanleihen höchster Bonität und Unternehmensanleihen. Umso höher der Spread umso mehr Risiko und Unsicherheit herrscht in den Märkten. Ackman ging davon aus, dass die Renditen der Staatsanleihen sinken und die Kurse der Staatsanleihen dadurch steigen und auf der anderen Seite die Renditen der Unternehmensanleihen ansteigen und damit zu fallenden Kursen der Unternehmensanleihen führt.

Als Folge vergrössert sich der Spread und seine Wette brachte hundertfache Gewinne. Dies war zu erwarten, da die Anleger mehr Staatsanleihen höchster Bonität aus Sicherheitsgründen suchen. Die Gefahr massiver Firmenpleiten durch COVID-19 war sehr groß. Unternehmensanleihen wurden massiv abverkauft und der Kurs der Unternehmensanleihen sank deutlich.

Sein Hedgefond verzauberte auf diese Art die investierten 27 Mio Dollar in sagenhaften 2,6 Billionen Dollar in sehr, sehr kurzer Zeit.

Seine Idee, jedem Neugeborenen 6.750 US-Dollar zu schenken, die dann in Aktien investiert werden, ist brillant!

2 Kommentare

  1. Bill Ackman hat 2,6 billions (auf deutsch Milliarden) USD gemacht – nicht Billionen.
    Mit 2,6 Billionen könnte er Apple vollständig kaufen und hätte noch genug Kleingeld für den DAX übrig.

    1. Wie Du vielleicht in meinen anderen Artikeln gesehen hast, schreibe ich es öfter in beiden Formen. Für uns Europäer ist es in der Tat verwirrend. Genauso verwirrend wie es inch anstatt cm in den USA gibt 🙂
      Danke für dein Feedback 🙂

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