Geduld ist eine Tugend

Die Ungeduld der Investoren steht einer guten Performance an den Aktienmärkten meistens im Wege. Wir sind Menschen und hätten am liebsten alles sofort und auf der Stelle.

Das Leben zeigt:

Gut Ding will Weile haben

Auch Rom wurde nicht an einem Tag erbaut und Bill Gates gründete Microsoft im Jahre 1975. 

Jeder Aktionär hätte (prozentual gemessen an der Aktienrendite) genauso reich werden können wie Bill Gates, wenn er die Aktie über Jahrzehnte behalten hätte oder über Jahrzehnte immer zugekauft hätte. Eine Microsoft Aktie hat in diesem langen Zeitraum mehrere Dutzend Male einen Kursverlust von 25%, 50% oder gar 70% erlitten. Wer dabei geblieben ist und vielleicht im Crash nachgekauft hat, wurde reich belohnt für die Ausdauer von 1986 bis 2021. Es gibt Mitarbeiter bei Microsoft der ersten Stunde, die wirklich steinreich geworden sind. Ich rede dabei nicht einmal von Managern. Es gibt einfache Microsoft Angestellte, die heute über Vermögen im zweistelligen Millionenbereich verfügen. Die Zeit macht’s. 

Microsoft Aktienpreis Entwicklung in den 35 Jahren

Der Reichtum von Bill Gates kommt letztlich zu einem Großteil auch dadurch zustande, dass er seit 1986 bis in die frühen 2015er Jahre oder später kaum Aktien verkauft hat. Er hat nie verkauft und saß alle Krisen und himmelhoch jauchzenden Kursanstiege eisern aus. Wer 50 Jahre regelmässig einen MSCI World auch nur mit kleinsten Beiträgen bespart, wird am Ende über ein beträchtliches Vermögen verfügen. Sofern er immer am Ball bleibt. Allen Krisen zum Trotz. 

Kleine Rückschläge gehören im Leben wie an der Börse dazu. Wenn man Erfolg im Beruf hat, wird womöglich die Partnerschaft oder Familie vernachlässigt. Wer finanziell wohlhabend ist, hat vielleicht eine schwache Gesundheit. Nichts ist perfekt. Was zählt ist das Gesamtbild. Ein schlechtes Börsenjahr oder ein Kursrutsch von 45% muss man aushalten. Augen zu und durch. Es ist nur eine Phase und nicht das Ganze. Wenn man sein Aktienvermögen breit streut, hat man nichts zu befürchten.

Kursrückgänge geben uns Investoren eine Möglichkeit noch besser und billiger nachzukaufen. Der Durchschnittspreis, wenn man in der Lage ist im Crash nachzulegen, wird verbilligt und das bewirkt am Ende eine höhere Gesamtrendite. Mit einer Strategie an den Finanzmärkten sollte man ohnehin gut aufgestellt und auf solche Gelegenheiten vorbereitet sein. 

Auf meiner Webseite findest Du ausführlichere Ideen dazu. Zu einer Gesamtstrategie könnte z.B gehören, dass man 20-30% Cashreserven (kurzlaufende Anleihen sind zur Zeit leider im negativen Renditebereich) hält. Dass Teile des Vermögens gehedged werden und man eine Absicherung z.B. über Derivate oder Assets mit einer negativen Korrelation betreibt. Die Korrelation kann schwanken, grundsätzlich gibt es schon Assets, die weniger oder anders verlaufen als der Aktienmarkt wie z.B. eigener Immobilienbesitz mit Eintrag im Grundbuch.

REITs und Finanzassets, die Immobilien abbilden, korrelieren zu stark mit Aktien. Auf Sicht der letzten 50, 100 Jahre hätte man mit Farmland (Beispiel USA) eine ähnlich hohe Rendite wie in Aktien erzielt bei kleinster Volatilität. Ein weiterer Teil der Strategie könnte sein, dass Vermögen auf mehrere Assetklassen zu verteilen. 

Das wichtigste ist in Krisenzeiten mit hohen Kursverlusten nicht die Nerven zu verlieren. Sondern ganz im Gegenteil dann erst recht nachzukaufen und nicht zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt auszusteigen. Wenn wir jährlich unsere 1000 Euro zur Seite legen, sind wir schon vermögender als 50% der Menschen dieser Erde. Es ist alles relativ und abhängig von der Betrachtungsweise. 

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