Was haben ein Zebra und die Börse gemeinsam?

Inesting and Zebra

Zebras haben das gleiche Problem wie die Fondsmanager. So vergleicht es Star-Investor Ralph Wanger, der mit seinem Investmentfond Acorn eine durchschnittliche jährliche Rendite von über 16% erwirtschaftete und somit weit über dem S&P 500 Index mit 12% im gleichen Zeitraum lag.

In seinem Buch „Zebra in Lion Country“ beschreibt er das Verhalten von Zebras, die auf der Suche nach frischem Gras sind, genau wie Investoren und Portfolio Manager nach überdurchschnittlichen Anlagemöglichkeiten suchen.

Komischerweise wächst das leckerste Gras direkt vor der Nase eines schlafenden Löwen. Wollen die Zebras die beste Mahlzeit ihres Leben genießen, sollten sie schnell reagieren und rechtzeitig abhauen. Doch der Weg zurück hat einige schmale Stellen, an denen ein Paar Zebras umkippen werden und sich zu einer Delikatesse für einen Löwen verwandeln. Genauso ist es bei den Investoren. Man denkt, man schnappt sich nur die besten Marktphasen und Kurshöhen und steigt vor jedem Marktrückgang oder gar Börsencrash rechtzeitig aus.. Praktisch ist es aber unmöglich die Tief und Hochpunkte an den Börsen genau zu erwischen.

Sowohl Zebras als auch die Investoren und die institutionellen Manager haben ein Risiko. Ein Zebra kann von einem hungrigen Löwen gefressen werden, ein Portfolio Manager kann gekündigt werden, ein Investor kann sein Geld verlieren.

Eine weitere wesentliche Ähnlichkeit besteht darin, dass alle Teilnehmer sich in der Herde bewegen. 

Bei einem Zebra ist die Herde offensichtlich. Wenn du ein Zebra in einer Herde bist, sollte dein Hauptgedanke sein, in welchem Verhältnis du zu den anderen Zebras in der Herde stehst. Wenn du als Zebra meinst, dass die Umstände sicher sind und die Löwen schlafen, kannst du es riskieren außerhalb der Herde zu sein um nach frischem Gras zu suchen. Anderseits können die Löwen ihren Schlaf auch vortäuschen und dich angreifen. Das sicherste für ein Zebra ist daher sich mitten in der Herde zu bewegen. Für diese hohe Sicherheit findest Du aber nur zetrampeltes Gras und bereits halb gefressenes Gras. Nur aggressive Zebras haben den Mut auch außerhalb der Herde zu fressen. Dafür tragen sie auch ein höheres Risiko selber gefressen zu werden.

Ein Portfolio Manager kann sich nicht erlauben sich wie eine aggressives Zebra zu benehmen. Für ihn ist die beste Strategie mitten in der Herde zu stehen. Das heisst schlicht und einfach der allgemeinen Stimmung am Markt und den Trends zu folgen. Wenn ein Portfolio Manager in eine gewöhnliche Standard Aktie investiert, die jeder kennt und der Aktienkurs fällt wird ihn dafür keiner kritisieren und sein Job ist sicher. Seine Kunden werden sich nur fragen, was stimmt mit BMW oder der Deutsche Bank Aktie nicht. Ganz anders wäre es wenn er in eine unbekannte und junge Small-Cap Aktie investiert und der Kurs der Aktie fällt, dann werden die Kunden fragen, was stimmt eigentlich mit dem Herr Portfolio Manager nicht.

Für einen privaten Anleger ist es im Gegenzug zu einem Portfolio Manager deshalb ratsam ausserhalb der Herde zu stehen. Das Folgen von Trends und Medienberichten ist nichts anderes als das mitlaufen, nachlaufen und bewegen in einer Herde. Ralph Wanger empfiehlt sich daher auf die Suche nach unbekannten aber profitablen Unternehmen zu machen. Dort ist das Gras noch frisch für uns Investoren.

Ich persönlich versuche eine schlaue „Zebrin“ zu sein. Das bedeutet, ich werde die meiste Zeit in der Herde bleiben (keine unnötigen Risiken eingehen). Wenn ich merke, dass die Löwen weit weg sind werde ich versuchen frisches Gras zu schnappen, jedoch ohne zu übertreiben. 

In anderen Worten: wenn der Crash da ist und ich billig einkaufen kann, werde ich kaufen. Bei überhitzten Märkten die bereits 8 Jahre in Folge gestiegen sind bei historischen Niedrigzinsen werde ich eher aussteigen als einsteigen.

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